Regatta im SCT, mit „Mann über Bord“


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15 Aquilas reisten zur Regatta im Rahmen der “Traunseewoche” am 10./11. Juli 2021 zum wunderschönen Traunsee an, wir wurden mit den erforderlichen Covid-Bedingungen freundlich empfangen sowie mit Aufklebern und Geschenken überhäuft.

Besonders erfreulich ist, dass sich unsere Starterfelder mittlerweile so um die 15 Schiffe einpendeln. Dies ist u.a. dem Segeleifer unserer Wiener Freunden zuzuschreiben. Frisches „Segelblut“ tut der Aquila-Klasse natürlich gut!

Besonders hervorheben möchte ich aber unsere deutschen Mitkämpfer Bärbel und Marcus. Was die auf sich nehmen, ist schon erwähnenswert! Alleine die Anreise mit ca. 9 Stunden(!!!) durch Unwetter und Unfalls-Staus gespickt, sei hier besonders hervorgehoben. Da muss sich der Segelvirus schon sehr festgesetzt haben, dass man sich solche Strapazen antut. Aber Gott sei Dank, dass es solche Enthusiasten gibt, wir freuen uns immer wenn wir sie auf unseren Meldelisten entdecken.

Aufgrund der hohen Teilnehmerzahl war schon am Freitag ein gewisses Gedränge am Parkplatz des Clubs. Es waren ja neben den Aquilas und Zugvögel auch andere Klassen im Rahmen einer Yardstickwertung am Start.

Unser Klassensekretär traf erst um Mitternacht ein, wir retteten uns bis dahin mit ein paar Achterl Wein über die Zeit und konnten ihn dann mit vereinten Kräften in die freigehaltene Miniparklücke einweisen, was dann auch millimetergenau gelang.

Nach den Unwettern der vergangenen Tage hofften wir alle auf halbwegs gute Bedingungen. Die Wettfahrtleitung machte uns Hoffnungen, dass der Wind pünktlich um ca. 1300 Uhr einsetzen würde. Und siehe da, sie hatten recht, es setzte sich ein wunderbarer Ostwind durch, der dann in den Böen sicher bis auf etwa 4 Bft auffrischte; sehr zur Freude von uns allen.

Dann ging es pünktlich um 1400h los, zuerst die Zugvögel und dann wir. Die „üblichen Verdächtigen“ begannen sich sofort wieder abzusetzen, aber trotzdem gelang es dem einen oder anderen Verfolger sich auf die Fährte der Davoneilenden (Beidl, Kalhamer und Otter) zu setzen. Es glückte nicht ganz, aber Teilerfolge waren zu verzeichnen. Hervorzuheben wäre auf jeden Fall die Leistung von Raoul, er segelte mit der bis dahin unbekannten Vorschoterin Karina Lochner; alle Achtung, der 3. Platz ist schon auch sehr erwähnenswert.

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Mit den am gleichen Kurs segelnden Zugvögeln gab es ja keine Schwierigkeiten, aber der Zieleinlauf der ersten Wettfahrt entwickelte sich zu einer Rätsel-Rallye. Der Führende konnte nur durch Rufverbindung mit der Wettfahrtleitung den Weg ins Ziel finden. Danke Martin für diese Vorarbeit, sonst wären wir noch alle ewig irgendwo herumgekurvt.

Sonst kann ich ja keine besonderen Ereignisse vermelden, wir waren ja alle ziemlich mit Wind und Wellen beschäftigt.
Außer für mich und meinem Vorschoter Edgar. In der 3. Wettfahrt war Schluss mit lustig. Ich hört neben mir einen lauten Schnalzer (das bei meinen Ohren!!!) und mein Vorschoter war nicht mehr da. Er tauchte 30, 40 Meter hinter dem Boot wieder auf. Der Trapezring war gebrochen. Jetzt konnte ich endlich einmal das „Mann über Bord“ Manöver in der Realität üben! Flugs das Boot herum gerissen und zu Edgar aufgeschossen. Aber leider war mir eine Bergung mit Großsegel bei dem Wind nicht möglich. Auch die Hilfe eines H-Bootes war erfolglos. Großsegel runter, dann war er gerettet ehe die Kräfte nachließen. Immerhin hatten wir jetzt einen tollen Streicher.

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Ich setzte wieder mühsam das Groß, ein Bändsel in das Trapezgeschirr, und wir waren zur 4. Wettfahrt knapp aber doch wieder einsatzbereit, wo es dann sogar noch den 3. Platz gab. Ende gut alles gut!!

Zu erwähnen wäre da noch die eine oder andere Problematik mit er Regelauslegung, da wäre sicher noch (fast) bei allen Luft nach oben, ich nehme mich da gar nicht aus, (mea culpa, wie wir Lateiner sagen). Letztendlich hatten sich dann die Favoriten doch durchgesetzt, Gratulation an die Stockerlplätze!

  1. Beidl Thomas/Redtenbacher Felix
  2. Kalhamer Martin/Christine
  3. Otter Raoul/Lochner Karina

Auch allen anderen meine Hochachtung! (vor allem unseren tapferen Frauen). Bei den Bedingungen sind 4 Wettfahrten am Stück kein Honiglecken, da muss man Regattasegeln schon sehr mögen.

Außer einigen „Undurchsichtigkeiten“ bzgl. der Feststellung der Zieldurchfahrten muss man der Wettfahrtleitung zugestehen, dass es sicher schwierig war alles im Auge zu behalten, es wurde ja auch parallel eine Yardstickregatta durchgeführt.

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Abends gab es das übliche Segleressen, diesmal sogar mit Musikbegleitung.

Nachdem ja aufgrund der tollen Bedingungen am Samstag alle geplanten 4 Wettfahrten durchgeboxt wurden, konnte der Sonntag Vormittag zum Boote einpacken, Wunden lecken und einer kleinen Stärkung mit Bratwürsten verwendet werden.

Nach der Siegerehrung mit vielen „Appläusen“ wurden wir mit guten Wünschen für die Heimreise entlassen – vielleicht auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr.

Soweit von mir einige Zeilen zu dieser schönen, aber sicher sehr anspruchsvollen Regatta, mehr kann ich aus meiner Wahrnehmung nicht berichten.

Falls es doch noch was Erwähnenswertes gibt, bitte um einen weiteren Beitrag.

In diesem Sinne, weiterhin „Mast und Schotbruch“ und noch einen schönen Sommer! Mit Freude auf ein Wiedersehen am 3. September am Attersee.

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Liebe Grüße
Euer Fritz (AUT 29)

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