{"id":4700,"date":"2017-06-20T10:13:34","date_gmt":"2017-06-20T09:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.aquila-austria.at\/?p=4700"},"modified":"2017-06-20T14:08:27","modified_gmt":"2017-06-20T13:08:27","slug":"eine-reise-von-linz-nach-triest-3-und-letzter-teil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/?p=4700","title":{"rendered":"&#8222;Eine Reise von Linz nach Triest&#8220; &#8211; 3. und letzter Teil"},"content":{"rendered":"<pre>Auszug aus der YachtRevue 03\/1991. Herzlichen Dank an die Redaktion der <a href=\"https:\/\/www.yachtrevue.at\/\">YachtRevue<\/a><\/pre>\n<h3><em>Der Weg war das Ziel: Mit der Jolle 2.500 Meilen in 54 Tagen<\/em><\/h3>\n<p><em>Vorwort Yachtrevue 01\/1991:<\/em><br \/>\n<em>In Yachtrevue 12\/90 und 1\/91 berich\u00adteten Gerhard Kittinger und Anton Lo\u00adrenz, wie sie mit einer Aquila von Linz die Donau abw\u00e4rts, \u00fcbers Schwarze Meer bis zur griechischen Insel Lim\u00adnos fuhren. Ein Ruderbruch bei 7 Be\u00adaufort, eine 65 <\/em><em>Meilen lange Nachtfahrt so\u00adwie N\u00e4sse und K\u00e4lte waren Umst\u00e4nde, die ihnen das Le\u00adben nicht leichtmachten. Bis Limnos bew\u00e4ltig\u00adten sie jedoch mit K\u00f6nnen und einer Portion Gl\u00fcck jede dramatische Si\u00adtuation, der h\u00e4rteste Teil des unglaub\u00adlichen T\u00f6rns stand aber erst bevor.<br \/>\n<\/em><em>Kittinger und Lorenz erz\u00e4hlen in der dritten Folge \u00fcber ihre Fahrt von Limnos nach Triest. Mit dem Meltemi hatten sie schon unliebsame Be\u00adkanntschaft gemacht, und er sollte sich w\u00e4hrend der n\u00e4chsten Tage abermals von seiner launischen Seite zeigen. Die Fahrt von Limnos nach Korfu beinhaltete einige haarige Mo\u00admente. Anschlie\u00dfend galt es, von Griechenland nach Italien zu h\u00fcpfen und von dort den 120 Meilen langen <\/em><em>\u201eKatzensprung&#8220; nach Jugoslawien zu bew\u00e4ltigen. Den letzten Abschnitt von Dubrovnik nach Triest fassten die Studenten als Lockerungs\u00fcbung auf. Zum Abschluss zeigte Ihnen jedoch auch die Adria die Z\u00e4hne.<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_4708\" style=\"width: 673px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4708\" class=\"wp-image-4708\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1-1024x711.jpg\" alt=\"\" width=\"663\" height=\"460\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1-1024x711.jpg 1024w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1-768x533.jpg 768w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-1.jpg 1213w\" sizes=\"auto, (max-width: 663px) 100vw, 663px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4708\" class=\"wp-caption-text\">Nach dem dritten Ruderbruch steuerte Gerhard Kittinger die Aquila unter Motor nach Alonnisios, wo die Ruderhalterung f\u00fcr eine Dose Bier repariert wurde; billiger gehts wohl nicht.<\/p><\/div>\n<p>Das Knattern eines Fisch\u00adkutters weckte uns. Fisch\u00adgeruch. die ersten Son\u00adnenstrahlen und unsere Aquila namens Wastl, die tr\u00e4ge im ruhigen Wasser des Hafenbeckens von Lininos lag, erzeugten eine Urlaubsstim\u00admung, wie sie angenehmer nicht h\u00e4tte sein k\u00f6nnen. Wir fr\u00fch\u00adst\u00fcckten an Bord, kochten Kaf\u00adfee, genossen frische Tomaten und Paprika. Das Hochgef\u00fchl wurde allerdings bald etwas ge\u00add\u00e4mpft. Lisa. unsere gl\u00fcckbrin\u00adgende Begleiterin auf der letzten Etappe von Istanbul bis hierher, musste in wenigen Stunden nach \u00d6sterreich fliegen; davon waren weder sie noch wir begeistert.<\/p>\n<p>Nachdem sie widerwillig Richtung Heimat aufgebrochen war, setzten wir Segel und mach\u00adten uns auf den Weg in die n\u00f6rd\u00adlichen Sporaden. Der Meltemi erwies sich als verl\u00e4sslich, 4-5 Beaufort aus Nordost waren ge\u00adrade recht. Raumschots surften wir die Wellen hinab und waren zuversichtlich, 45 Meilen binnen k\u00fcrzester Zeit heruntergespult zu haben.<\/p>\n<p>Die Mittagssonne brannte auf den Schultern, Spritzwasser k\u00fchlte die verbrannte Haut, aber die Linderung war nur von kur\u00adzer Dauer. Wir f\u00fchlten uns wie echte Seeb\u00e4ren, Die Weite des Meeres wirkte wie eine Droge. Ohne viel zu denken, nur nach Gef\u00fchl steuerten wir durch herr\u00adliche Surfpassagen.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich luvte Wastl extrem an. \u201eGegenruder&#8220; t\u00f6nte es durch salzige Meeresluft, aber einen Sekundenbruchteil sp\u00e4ter war al\u00adles klar. Das Ruder hatte sich zum dritten Mal verabschiedet. Wir grinsten uns an, es war \u00fcberfl\u00fcssig, dar\u00fcber auch nur ein&nbsp;Wort zu verlieren. Aus dem L\u00e4cheln wurde lauthalses La\u00adchen, dieses erneute Missgeschick bereitete uns ein fast per\u00adverses Vergn\u00fcgen.<\/p>\n<p>Zwei Minuten sp\u00e4ter tuckerte <em>Wastl <\/em>wild rollend durch die sch\u00e4umende See. Es war schwer. sich stundenlang am glatten Ach\u00adterdeck zu halten und gleichzei\u00adtig zu steuern. Wenn die Schmer\u00adzen der Kr\u00e4mpfe die Freuden des Steuerns abl\u00f6sten. wechselten wir. Ein G\u2018ri\u00df um den Posten als Ruderg\u00e4nger gab\u2019s in diesem Fall nicht, Bei 4 bis 6 Beaufort mach\u00adte das Steuern der Aquila enor\u00admen Spa\u00df, zudem sa\u00df der Skip\u00adper im Trockenen, w\u00e4hrend der Vorschoter meist in der Gischt badete.<\/p>\n<div id=\"attachment_4709\" style=\"width: 504px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-2.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4709\" class=\"wp-image-4709 size-full\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-2.jpg\" alt=\"\" width=\"494\" height=\"675\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-2.jpg 494w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-2-300x410.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-2-220x300.jpg 220w\" sizes=\"auto, (max-width: 494px) 100vw, 494px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4709\" class=\"wp-caption-text\">In einer Bucht auf Eub\u00f6a tankten die Abenteurer neue Kr\u00e4fte, die sie fr\u00fcher als gewollt brauchen sollten<\/p><\/div>\n<p>Wir erreichten bei Sonnenun\u00adtergang die Sporadeninseln Gioura sowie Pelagonisi und konnten Planitis Bay erkennen. Der Ansteuerungskurs wurde fi\u00adxiert, wenige Minuten sp\u00e4ter war es stockfinster. Im Licht des Scheinwerfers fanden wir die Einfahrt. gingen vor Anker und machten es uns gem\u00fctlich. Pech\u00adschwarze Wolken trieben uns je\u00addoch noch einmal aus den Schlafs\u00e4cken. Innerhalb von drei\u00dfig&nbsp;Sekunden \u00fcberraschte uns ein Gewittersturm. und <em>Wastl <\/em>trieb in Richtung Felsen. Der sonst so verl\u00e4ssliche Motor sprang nicht an. Erst knapp 10 Meter vor dem endg\u00fcltigen Aus f\u00fcr <em>Wastl <\/em>rettete uns ein ver\u00adtrautes Schnurren.<\/p>\n<p>Es sch\u00fcttete wie aus F\u00e4ssern, die Nacht war finsterer als ge\u00adw\u00f6hnlich und wir f\u00fchlten uns mehr als ungem\u00fctlich. Langsam fuhren wir zur gesch\u00fctzten Seite der Bucht. Der Danforth versank in der Dunkelheit. Mangels Ver\u00adtrauen in dieses Ger\u00e4t befestigten wir eine Leine am Ufer. Danach fixierten wir die Persenning, sodass sie nicht davongeblasen wer\u00adden konnte. Schmackhafte Ra\u00advioli aus der Dose sowie nasse Schlafs\u00e4cke rundeten den ereig\u00adnisreichen Tag ab.<\/p>\n<p>Am Morgen war vom n\u00e4chtli\u00adchen Sturm nichts mehr zu sp\u00fcren. Wir blickten verschlafen auf, da lag eine 13 m-Yacht im strahlenden Sonnenschein, und im Rigg leuchtete eine rot-wei\u00df\u00adrote Flagge. Insgeheim sahen wir uns schon an Bord fr\u00fchst\u00fccken, doch die Landsleute waren gar nicht so erfreut, Landsleuten zu begegnen. Schlie\u00dflich lie\u00df man sich doch zur Einladung herab. W\u00e4hrend des Fr\u00fchst\u00fccks wurde wenig gesprochen, nur der grie\u00adchische Skipper war freundlich. Er gab uns den Tip, zur Ruderre\u00adparatur Alonnissios anzulaufen. Wir befolgten seinen Rat und be\u00adreuten es nicht, im Gegenteil. Bis zu diesem Zeitpunkt war uns n\u00e4mlich kein Ort auf der Welt bekannt, wo f\u00fcr eine Dose Bier eine Ruderhalterung neu zusam\u00admengeschwei\u00dft wird.<\/p>\n<p>Am folgenden Tag segelten wir 35 Meilen nach Eub\u00f6a. Das Ruder wurde einem erfolg\u00adreichen H\u00e4rtetest unterzogen, aber das Vertrauen konnte nur unwesentlich gesteigert werden.&nbsp; Zu oft hatte uns diese Konstruk\u00adtion schon im Stich gelassen. Die Wetterprognose f\u00fcr den 31. T\u00f6rntag war nicht sehr viel\u00adversprechend. Sie verhie\u00df rauhe See und ein bisserl mehr Wind als bisher. Wir warteten mit dem Auslaufen bis 10 Uhr. Der Wind wurde nur unwesentlich st\u00e4rker, und es gab keinen Grund l\u00e4nger zu warten. Wir setzten den Spi und der zog so gewaltig, dass alle Unannehmlichkeiten des Jollen\u00adsegelns auf See zu kaum nen\u00adnenswerten Belanglosigkeiten degradiert wurden. Wind, Welle, Boot und Sonne gaben uns alles, was wir in diesen Momenten ben\u00f6tigten. Wenn <em>Wastl <\/em>wieder einmal eine Welle hinabsurfte, die Kr\u00e4fte von Wind und Wasser sp\u00fcrbar wurden, dann war das ein Hochgef\u00fchl, wie man es nur h\u00f6chst selten erleben darf.<\/p>\n<h3><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4710 size-full\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-3.jpg\" alt=\"\" width=\"662\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-3.jpg 662w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-3-300x195.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 662px) 100vw, 662px\" \/>Eine Watsch&#8217;n mit acht Beaufort!<\/h3>\n<p>Der Wind nahm kontinuierlich zu. Es war an der Zeit, den Spi zu bergen. Schweren Herzens begannen wir mit dem Man\u00f6ver. Beinahe wehm\u00fctige Blicke folg\u00adten dem bunten Segel, bis es in der Trompete verschwand. F\u00fcr Sentimentalit\u00e4ten blieb jedoch keine Zeit. Die Wellen wurden h\u00f6her, der Wind st\u00e4rker. Wir n\u00e4herten uns Kap Kaphireos. Dunkelblaue See mit einem wei\u00dfen Schleier bedeckt mahnte zur Vorsicht. Die Segel wurden geborgen. Unter Motor rundeten wir das Kap.<\/p>\n<p>Pl\u00f6tzlich verpasste uns eine D\u00fcse zwischen Eub\u00f6a und And\u00adros eine Watsch&#8217;n mit minde\u00adstens acht Beaufort. Ein Zwei\u00adeinhalb-Meter-Brecher stellte <em>Wastl <\/em>quer, wir glitten schr\u00e4g ins Wellental, stolperten \u00fcber den eigenen Kiel und lagen flach am Wasser. Krampfhaft krallten wir uns am Cockpitboden fest, denn \u00fcberkommende Gischt drohte uns aus dem Boot zu sp\u00fclen. Der folgende Brecher kam schr\u00e4g von hinten. Er warf <em>Wastl <\/em>wie ein Spielzeugschiffchen in die H\u00f6he, um sie im n\u00e4chsten Au\u00adgenblick wieder auf die andere Seite zu legen. Langsam glitt die Welle unter uns durch und das Boot richtete sich auf. Der Mo\u00adtor zeigte Ruderwirkung, und wir konnten wieder auf Kurs ge\u00adhen. Aber die Gefahr war nicht gebannt.<\/p>\n<p>Sch\u00e4den konnten vorl\u00e4ufig nicht festgestellt werden, sieht man von blauen Flecken ab, die unsere K\u00f6rper in den n\u00e4chsten Tagen verzierten. Trotzdem hatte&nbsp;uns dieser Zwischenfall innerlich einen Knacks verpasst. Die Lust, das Schicksal noch einmal her\u00adauszufordern, war uns vergan\u00adgen, aber bis zur n\u00e4chsten ge\u00adsch\u00fctzten Bucht m\u00fcssten noch acht lange Seemeilen gefahren werden. Wir beschlossen auch, ab nun in solchen Situationen die Schwimmwesten anzulegen, denn bei der Kenterung hatten wir keine an (Anm. d. Red.: !).<\/p>\n<div id=\"attachment_4711\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-4.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4711\" class=\"wp-image-4711\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-4-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-4-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-4-768x513.jpg 768w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-4.jpg 812w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4711\" class=\"wp-caption-text\">H\u00e4rten und Freuden eines Jollenseglers: Stundenlang mu\u00dften Kittinger und Lorenz gegen Wind und Wellen k\u00e4mpfen. An manchen Tagen, wenn K\u00e4lte und N\u00e4sse das ertr\u00e4gliche Mass \u00fcberschritten oder sie gef\u00e4hrliche Momenten nur mit M\u00fche entkommen waren, bereuten sie insgeheim ihr waghalsiges Unternehmen. Solche Augenblicke waren zum Beispiel eine Kenterung unter Motor und die anschlie\u00dfende, dramatische 8 Meilen- Fahrt zu einer rettenden Insel.<\/p><\/div>\n<p>Das Steuern erforderte viel Feingef\u00fchl. <em>Wastl <\/em>reagierte nur bei Vollgas optimal aufs Ruder. Am Wellenberg galt es die Aqui\u00adla ordentlich auszutarieren, um dann beim Surf von der Welle nicht noch einmal querzuschla\u00adgen. Wir verloren jegliches Zeit\u00adgef\u00fchl. Innerlich verkrampft, aber voll konzentriert stellten wir uns den Elementen, die es an diesem Tag nicht gut mit uns meinten.<\/p>\n<p>Mit einem Schlag war alles vorbei. Unbemerkt erreichten wir die Leeseite einer kleinen Insel, wo sich das Meer von seiner sch\u00f6nsten Seite zeigte: Sonnen\u00adschein, keine Wellen und das leichte Heulen des Windes wirk\u00adte auch nicht mehr bedrohlich.<\/p>\n<p>Wir fanden ein Juwel von einer Bucht, wo wir die Ereignisse der letzten Stunden noch einmal Re\u00advue passieren lie\u00dfen.<\/p>\n<p>Einen Tag verbrachten wir in diesem idyllischen Ambiente. Solange brauchten wir, um uns ein wenig zu erholen, denn die n\u00e4chste H\u00fcrde, Kap Sounion, wollten wir mit frischen Kr\u00e4ften und neuem Selbstbewusstsein in Angriff nehmen. Der Poseidontempel am Kap sollte ein gutes Omen sein, und besagter Gott schien es gut mit uns zu meinen, zumindest beim Auslauten in den fr\u00fchen Morgenstunden. Zu\u00adversichtlich n\u00e4herten wir uns dem Kap, denn was sollte mit Sturmfock und zweifach gereff\u00adtem Gro\u00dfsegel schon passieren. So h\u00e4tten wir noch vor wenigen Tagen gedacht, aber um eine un\u00adangenehme Erfahrung reicher waren wir vorsichtig.<\/p>\n<p>Wie berechtigt das war, zeig\u00adten die n\u00e4chsten Minuten. Kaum steckte <em>Wastl <\/em>die Nase um die Ecke, musste ein Mann ins Tra\u00adpez. Aber nicht seitlich, sondern achtern, um die B\u00f6en abzufan\u00adgen, die uns Raumschots in atem\u00adberaubendem Tempo vorw\u00e4rtstrieben. Wellen rauschten \u00fcbers Vordeck ins Cockpit. Wir rissen das Gro\u00df herunter, nahmen einen K\u00fcbel und begannen zu sch\u00f6p\u00adfen. 100 Liter gingen \u00fcber Bord, aber der Wasserstand war kaum merklich gefallen. Au\u00dferdem schien die Luvwant nicht mehr in Ordnung zu sein. Der Mastfall ging neuerdings nach vom. Wie eine sp\u00e4tere Messung ergab, war die Steuerbordwant vier Zentimeter l\u00e4nger als an Backbord. Mit allerletzter M\u00fche liefen wir in die Marina Vougliameni ein, wo die geflutete <em>Wastl <\/em>trocken\u00adgelegt wurde und wir uns in der Pianobar w\u00e4rmten.<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-6.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-4713 size-medium alignleft\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-6-204x300.jpg\" alt=\"\" width=\"204\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-6-204x300.jpg 204w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-6-300x442.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-6.jpg 404w\" sizes=\"auto, (max-width: 204px) 100vw, 204px\" \/><\/a>Vom Meltemi befreit<\/h3>\n<p>Die Erholungsphase w\u00e4hrte nur kurz. Der Wetterbericht um 23 Uhr sagte Windstille voraus. Wir n\u00fctzten die einmalige Situation und fuhren noch in dieser Nacht nach Korinth. Leuchtfeuer wiesen den Weg zum Kanaleingang, und&nbsp; f\u00fcr 12.000 Drachmen durften wir im Morgengrauen den 4 km langen Kanal befahren. Dieser Ausflug war zwar teuer, aber er ersparte uns immerhin den 350 Meilen langen Umweg um den Peloponnes, und die stei\u00adle Felsenschlucht muss man einmal gesehen haben.<\/p>\n<p>Nach einem kurzen Stopp in Korinth entdeckten wir eine Bucht mit einer schmalen, seichten Einfahrt. Letztere bestand aus einem 5 in breiten \u201eBach&#8220; mit einer maximalen Tiefe von 50 cm. Endlich hatten wir einmal die Gelegenheit, die Vorteile ei\u00adner Jolle gegen\u00fcber einer Yacht auszuspielen. W\u00e4hrend wir den Hubkiel hochzogen und unter Motor \u201eflussaufw\u00e4rts&#8220; fuhren, starrte die Crew einer vorbeifah\u00adrenden Yacht, vielleicht ein we\u00adnig neidisch, auf ihre minderbe\u00admittelten Kollegen. Eine Tele\u00adfonleitung demolierte uns zwar den Stander, aber das Gef\u00fchl in einer Bucht zu liegen, die Yach\u00adties verborgen bleibt, entsch\u00e4dig\u00adte f\u00fcr vieles.<\/p>\n<div id=\"attachment_4712\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4712\" class=\"wp-image-4712\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5-1024x663.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"414\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5-1024x663.jpg 1024w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5-300x194.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5-768x497.jpg 768w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-5.jpg 1307w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4712\" class=\"wp-caption-text\">Angenehme, erholsame Tage hatten in der rauhen \u00c4g\u00e4is Seltneheitswert, trotzdem g\u00f6nnten sich die beiden Studenten kaum Erholungsphasen. Diese schmale, seichte Einfahrt f\u00fchrt in eine Bucxht, die man aus Neugier aufsichte, und nicht um sich auszurasten. Daei w\u00e4re der Platz g\u00fcnstig gewesen, denn Yachten h\u00e4tten diese Idylle nicht st\u00f6ren k\u00f6nnen.<\/p><\/div>\n<p>Die unertr\u00e4gliche Hitze trieb uns jedoch bald aus dem idylli\u00adschen Pl\u00e4tzchen, und wir tucker\u00adten entlang der Nordseite des Golfs von Korinth nach Glaxeidi. Im \u00fcberf\u00fcllten Hafen fanden wir keinen freien Liegeplatz, so musste letztlich ein Fischerboot als Anlegestelle herhalten.&nbsp;<\/p>\n<p>Das n\u00e4chste Ziel war Trizonia, eine Bucht, in der viele Langzeit\u00adsegler \u00fcberwintern. Unter Spi machten wir gute Fahrt, obwohl die \u00fcberdehnte Steuerbordwant einen vern\u00fcnftigen Trimm ver\u00adhinderte, Neue Wanten sollten wir in Paxos bekommen. So lau\u00adtete die h\u00f6fliche Auskunft eines Einheimischen. Ungl\u00fccklicher\u00adweise waren wir von dieser Insel noch mehrere Tagesreisen ent\u00adfernt, deshalb versuchten wir un\u00adser Gl\u00fcck im 20 Meilen entfern\u00adten Patras.<\/p>\n<p>Die Stadt war \u00fcberf\u00fcllt mit er\u00adsch\u00f6pft aussehenden Rucksack\u00adtouristen. Es war Sonntag, die Banken hatten geschlossen, und das Lokal am Yachthafen akzep\u00adtierte weder Kreditkarten noch Euroschecks. Unsere letzten Drachmen reichten gerade f\u00fcr zwei Getr\u00e4nke, das restliche Men\u00fc g\u00f6nnten wir uns am Abend an Bord. Am n\u00e4chsten Vormittag klapperten wir s\u00e4mtli\u00adche Gesch\u00e4fte ab, auch jene, die nur im entferntesten etwas mit nautischen Ausr\u00fcstungsgegen\u00adst\u00e4nden zu tun hatten, aber die M\u00fchen waren vergebens. Es gab keine Wanten,<\/p>\n<div id=\"attachment_4718\" style=\"width: 488px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4718\" class=\"wp-image-4718 size-large\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8-478x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"478\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8-478x1024.jpg 478w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8-300x642.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8-140x300.jpg 140w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-7u8.jpg 595w\" sizes=\"auto, (max-width: 478px) 100vw, 478px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4718\" class=\"wp-caption-text\">Verr\u00fcckt, wahnsinnig oder kalkulierbares Risiko? Wie immer man zu einer 120 sm langen \u00dcberfahrt mit einer Jolle &#8211; von Brindisi (unten} nach Dubrovnik (oben) &#8211; stehen mag, eine bemerkenswerte Leistung ist es auf jeden Fall. Aber: Solange solche Wagnisse gut gehen, wird es kaum Kritiker geben, die mahnend ihre Zeigefinger heben. W\u00e4re Kittinger und Lorenz im laufe ihres T\u00f6rns etwas zugesto\u00dfen, h\u00e4tten sie nicht nur notorische Besserwisser als wahnsinnig eingestuft, sondern vermutlich jeder, der vom Segeln eine Ahnung hat. Disen Aspekt sollte man beim lesen der Geschichte im Auge behalten, denn dann ersacheint so manche Situation in einem anderen Licht<\/p><\/div>\n<p>Wir entflohen der Touristen\u00admetropole und segelten durch den Golf von Patras, an dessen n\u00f6rdlichem Ausgang die Salz\u00ads\u00fcmpfe Mesalongions liegen. Da weder der Hafen noch die Taver\u00adnen unseren Anforderungen ent\u00adsprachen, brachen wir sehr fr\u00fch nach Levkas auf. Wind blieb aus, so konnten die 55 Meilen gem\u00fct\u00adlich, ohne das Rigg \u00fcber Geb\u00fchr zu beanspruchen, absolviert wer\u00adden. Oliven. Schafsk\u00e4se und Wei\u00dfbrot f\u00fcllten die M\u00e4gen, mehr leider nicht, denn eine Fla\u00adsche Retsina ging dank der Un\u00adgeschicklichkeit einer Welle \u00fcber Bord. Nat\u00fcrlich waren auch in Levkas keine Wanten erh\u00e4ltlich, aber der n\u00e4chste Tag sollte uns in das lang herbeigesehnte Paxos bringen,<\/p>\n<p>Nachdem uns die Drehbr\u00fccke auf Levkas ein wenig aufgehal\u00adten hatte, erreichten wir gegen 11:00 Uhr offene See. 4 bis 6 Beau\u00adfort aus Nordwest zwangen uns auf die Kreuz, aber mit dem l\u00e4\u00addierten Rigg war an einen H\u00f6hegewinn nicht zu denken. Zwei, drei Schl\u00e4ge vor Levkas f\u00fchrten uns die Sinnlosigkeit der Aktion vor Augen. Wir zogen die Konsequenzen und starteten den Motor. Zehn Stunden k\u00e4mpfte Wastl gegen die Wellen an, wobei das Rigg bei jedem Aufprall be\u00e4ng\u00adstigend schepperte. Trotz See\u00adparka, Pullover und Rettungswe\u00adste (Feststoff) war es bitter kalt. Das Wasser stand nicht nur in unseren Stiefeln, sondern auch Boot. Als die Lichter von Paxos am abendlichen Himmel<br \/>\nauftauchten, fiel uns ein Stein vom Herzen. Wir liefen wohlbehalten im Hafen ein und zw\u00e4ngten uns zwischen zwei italienische Yachten, von denen es hier eine Menge gab. Die N\u00e4he Italiens war an allen Ecken und Enden sp\u00fcrbar, vielleicht war das eh der Grund daf\u00fcr, dass das Problem mit den Wanten spie\u00adlend gel\u00f6st wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;Die n\u00e4chste Etappe f\u00fchrte uns nach Korfu, wo ein g\u00fcnstiger Tag zur \u00dcberfahrt nach Italien abgewartet werden sollte. Das Wetter spielte leider nicht mit. Gegenwind mit 6 Beaufort war nicht die richtige Voraussetzung, wie die Erfahrung der letzten Tage gelehrt hatte. Dennoch wagten wir einen Vorsto\u00df in Richtung Italien, der uns auf die Insel Othonoi f\u00fchrte. Hier im si\u00adcheren Hafen legten wir uns auf die Lauer. Den Abend verbrach\u00adten wir mit der Crew einer Aus\u00adbildungsyacht der italienischen Marine, der wir zum Abschied unsere griechische Flagge schenkten. Als kleines Danke\u00adsch\u00f6n fanden wir am Morgen eine Flasche Wein und einen Zettel an Bord: <em>Thank you. good <\/em>sail <em>to Italy. <\/em>Der Tag blieb so, wie er begonnen hatte. Wetter, Wind, Schiff und Crew erg\u00e4nz\u00adten sich hervorragend, sodass wir ohne nennenswerte Vorkomm\u00adnisse Otranto erreichten.<\/p>\n<p>H\u00e4tte uns vor diesem T\u00f6rn je\u00admand erz\u00e4hlt, ein 45-Meilen\u00adT\u00f6rn mit einer Aquila sei lang\u00adweilig, dann w\u00e4re daraus sicher ein Streitgespr\u00e4ch geworden. Aber nach der Ankunft in Brin\u00addisi vertraten auch wir die Mei\u00adnung, dass nicht jede weite Fahrt eine aufregende sein muss. So hofften wir zumindest, denn nun stand die 120-Meilen-Passage nach Dubrovnik bevor.<\/p>\n<h3>Die Herausforderung<\/h3>\n<p>Am Vorabend der Adria\u00fcberquerung sa\u00dfen wir gespannt vor dem Radio und warteten auf Wettermeldungen. Ausgeglichene Druckverh\u00e4ltnisse und Windst\u00e4r\u00adken zwischen 1 und 2 Beaufort, so lauteten die beruhigenden aber wenig verhei\u00dfungsvollen Nachrichten. Unter diesen Um\u00adst\u00e4nden w\u00e4ren wir gezwungen, die ganze Strecke unter Motor zu fahren, aber das war ganz und gar nicht in unserem Sinne.<\/p>\n<p>Der Gedanke, bei Flaute mit\u00adten in der Adria liegen zu blei\u00adben, lie\u00df uns 80 Liter Sprit bun\u00adkern, die in halsbrecherischer Fahrt mit einem Mofa vom Kai geholt wurden. Ein letzter, hof\u00adfentlich nicht wirklich letzter Drink, und die Dunkelheit ver\u00adschlang das Leuchtfeuer der Ha\u00adfenmole. Kein Wind, spiegelglat\u00adtes Wasser, ein Himmel voller Sterne, dazu das monotone Ger\u00e4usch des Motors, animierten zum Philosophieren. Diskussionen \u00fcber den Sinn des Lebens endeten in einer Sackgasse. In Wirklichkeit interessierte uns nur eine Frage: <em>Schaffen wir es?<\/em> M\u00f6glichkeiten diverser Pannen wurden durchdacht, und uns fielen immer neu Varianten ein. Trotz der Ungewissheit blieben wir ein zusammengeschwei\u00dftes Team. Keiner bereute, den T\u00f6rn unternommen zu haben. Die Momente der Selbsterfahrung, die solche Abenteuer mit sich bringen, lassen einen in Zukunft bewusster Leben. Der \u00f6de Alltag wurde zur Utopie, die Realit\u00e4t war faszinierend.<\/p>\n<p>Au\u00dfer den Sternen und dunklem Wasser war nichts zu sehen. Die Petroleumlampe flackerte irgendwo in der Finsternis, und der Polarstern wies den Weg.<\/p>\n<p>Schwer und dunkel wie \u00d6l lag das Meer im Morgengrauen vor uns. Das eint\u00f6nige Schnurren des Motors h\u00f6rten wir kaum. Er lief, abgesehen von einigen kur\u00adzen Tankstopps, noch immer monoton und klaglos. Routine kehrte ein<em>, <\/em>ein erfrischendes Bad weit abseits jeder K\u00fcste brachte Abwechslung. Langeweile kam trotzdem nie auf. Gegen Abend k\u00fcndigten hohe Wolkent\u00fcrme das jugoslawische K\u00fcstengebir\u00adge an &#8211; \u201eLand in Sicht&#8220;. Wir verstanden pl\u00f6tzlich, wie sich Generationen von Seefahrern bei diesem Ruf gef\u00fchlt haben mussten.<\/p>\n<p>Wenige Stunden sp\u00e4ter stan\u00adden wir unter den kalten Duschen der Marina in Dubrovnik. Essen und Wein mundeten eben\u00adfalls nicht, sodass wir schleunigst nach Mljet tourten. Seit wir jugoslawisches Hoheitsgew\u00e4sser unterm Kiel hatten, war es mit der Ruhe vorbei. Von Mljet se\u00adgelten wir nach Korcula zum Fr\u00fchst\u00fcck und nach einer \u00fcppi\u00adgen Portion Ham and Eggs wei\u00adter nach Hvar.<\/p>\n<div id=\"attachment_4717\" style=\"width: 792px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-10.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-4717\" class=\"wp-image-4717 size-full\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-10.jpg\" alt=\"\" width=\"782\" height=\"476\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-10.jpg 782w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-10-300x183.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-10-768x467.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 782px) 100vw, 782px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-4717\" class=\"wp-caption-text\">Sie bezwangen die Donau, befuhren Schwarzes und Marmara Meer an Deck eines Frachters, den Launen des Meltemi entkamen sie mit knapper Not, und zuletzt lernten sie die T\u00fccken der jugoslawischen In-selwelt kennen. Neben einer Riesenportion Gl\u00fcck waren der verl\u00e4\u00dfliche Motor, segle-irisches K\u00f6nnen und die beinahe im-mer richtige Wahl des Segels ein entscheidender Faktor f\u00fcr das gl\u00fcckliche Ende in Triest, das Kittin\u00acger und Lorenz 54 Tage nach der Abfahrt in Linz erreichten. Weite Strecken wurde nur mit der Sturmfock bew\u00e4ltigt; da\u00df es dennoch zum Surf in den Wellen reichte, lag weniger an den hervorragenden Se\u00acgeleigenschaften der \u00fcberla\u00acdenen Aquila, sondern ganz einfach an den Windst\u00e4rken. 7 Beaufort reichen n\u00e4mlich, um mit einer Jolle unter-Sturmfock ins Gleiten zu kommen&#8230;<\/p><\/div>\n<p><strong>Verschollen in der Adria <\/strong><\/p>\n<p>Die Idee zu einer Nachtfahrt nach Primosten in die Marina Kremik war die logische Konsequenz unserer Hektik der letzten Tage. Das Gewitter \u00fcber dem Festland nahmen wir zur Kenntnis, aber nicht ernst. Au\u00dferdem hatten wir keine Liste der Leuchtfeuer zusammengestellt. Nach zwei Stunden Fahrzeit kam bereits Spritzwasser \u00fcbers Cock\u00adpit, und das zu einem Zeitpunkt, wo wir von unserer Position keine Ahnung hatten. Die bedeutungslos gewordenen Seekarten landeten im Schwalbennest, wor\u00adauf die Trostlosigkeit der Situation die Stimmung merklich r\u00fcckte. <em>Wastl <\/em>wurde wild umh\u00adergeworfen, denn in der Dunkelheit sp\u00fcrte man die Wellen, aber man sah sie nicht. Wir hofften, in Richtung K\u00fcste zu steu\u00adern. Ob Klippen oder \u00e4hnliches im Weg lagen, wusste niemand.<\/p>\n<p>So hie\u00df es Augen offenhalten, was in dieser sternenlosen Nacht kaum n\u00fctzte.<\/p>\n<p>Um 5 Uhr hatten wir es gesc\u00adhafft. Da lag eine durch Stra\u00dfenbeleuchtung erhellte Bucht vor uns. Ein kleiner Steg diente als Liegeplatz, und als wir nach drei Stunden Schlaf einen Angler &#8211; zuf\u00e4llig ein deutscher Urlauber &#8211; nach dem Standort fragten, ernteten wir ungl\u00e4ubiges Staunen. Er war sichtlich \u00fcber\u00adrascht, dass zwei Menschen auf einem Boot keine Ahnung von ihrer Position hatten; war aber so freundlich, uns den genauen Standort mitzuteilen.<\/p>\n<p>Wir waren 5 Meilen von der Marina Kremik entfernt. Ein Fr\u00fchst\u00fcck lockte, und nach einer kurzen Spritztour im doppelten Sinn sa\u00dfen wir bei ausgezeichne\u00adtem Kaffee gem\u00fctlich auf einer Terrasse. Anschlie\u00dfend kauften wir Proviant und nahmen Kurs auf die Kornaten. Die Fahrt durch den Kornatski Kanal wur\u00adde einmal mehr zur Qual. In der kurzen Welle stampfte <em>Wastl <\/em>hef\u00adtig, doch es bestand keine wirkli\u00adche Gefahr. Einziges Ge\u00adspr\u00e4chsthema w\u00e4hrend dieser Fahrt war die hervorragende K\u00fcche des Restaurants Mare auf Katina. Der Teufelsfisch war un\u00fcbertroffen, ein Liter Rot mundete ebenfalls, sodass wir un\u00adser Vorhaben, ein St\u00fcck weiter zu segeln, rasch verwarfen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-9.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright wp-image-4716\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-9.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"301\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-9.jpg 788w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-9-300x180.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-9-768x462.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a>Noch vor Sonnenaufgang star\u00adteten wir den Motor, passierten gemeinsam mit Fischerbooten die Proversa Vela. Windstille be\u00adgleitete uns den ganzen Tag. Ausnahmsweise st\u00f6rte uns dies nicht, zu sehr hatten N\u00e4sse und K\u00e4lte vergangener Wochen an der Substanz gezehrt. Erstmals in unserem Leben empfanden wir eine Tagesfahrt unter Motor als Genuss, und dann war da noch der Drang nach Triest. Die Nacht in Losinj war kurz. Mit dem Morgengrauen legten wir ab und erreichten nach 21:00 Uhr Umag.<\/p>\n<h3>Nach 2500 Meilen:&nbsp; der letzte Tag<\/h3>\n<p>Nun fehlte nach ein Tag. Der Wind kam zwar nicht aus der ge\u00adw\u00fcnschten Richtung, doch aus Prestigegr\u00fcnden setzten wir Segel und legten die letzten l\u00e4ppischen Meilen standesgem\u00e4\u00df zur\u00fcck. Als wir in den Hafen von Triest einlie\u00adfen, \u00fcberfiel uns ein Hochgef\u00fchl, wie man es nicht beschreiben kann. Wir hatten es tats\u00e4chlich ge\u00adschafft, mit einer Jolle 2.500 Mei\u00adlen in nur 54 Tagen zur\u00fcckzule\u00adgen. Dabei w\u00e4re es noch schneller gegangen, aber es ist nicht unser Ziel gewesen, einen Rekord auf\u00adzustellen. Wir suchten das Aben\u00adteuer, fanden es, und genau das war der Grund, weshalb wir das Wagnis dieses T\u00f6rns auf uns ge\u00adnommen hatten. In einem Punkt waren wir uns einig: Diesem T\u00f6rn w\u00fcrden andere, hoffentlich noch aufregendere folgen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-4707 size-full\" src=\"http:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11.jpg\" alt=\"\" width=\"1032\" height=\"967\" srcset=\"https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11.jpg 1032w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11-300x281.jpg 300w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11-768x720.jpg 768w, https:\/\/www.aquila-austria.at\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/3-11-1024x960.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1032px) 100vw, 1032px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auszug aus der YachtRevue 03\/1991. Herzlichen Dank an die Redaktion der YachtRevue Der Weg war das Ziel: Mit der Jolle 2.500 Meilen in 54 Tagen Vorwort Yachtrevue 01\/1991: In Yachtrevue 12\/90 und 1\/91 berich\u00adteten Gerhard Kittinger und Anton Lo\u00adrenz, wie sie mit einer Aquila von Linz die Donau abw\u00e4rts, \u00fcbers Schwarze Meer bis zur griechischen [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2081,"featured_media":4732,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_bbp_topic_count":0,"_bbp_reply_count":0,"_bbp_total_topic_count":0,"_bbp_total_reply_count":0,"_bbp_voice_count":0,"_bbp_anonymous_reply_count":0,"_bbp_topic_count_hidden":0,"_bbp_reply_count_hidden":0,"_bbp_forum_subforum_count":0,"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":{"0":"post-4700","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-allgemein","8":"czr-hentry"},"views":2950,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4700","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2081"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4700"}],"version-history":[{"count":21,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4700\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4740,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4700\/revisions\/4740"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/4732"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4700"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4700"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.aquila-austria.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4700"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}